Von Freihandelszonen, Superlativen, vollen Lagerbeständen und Exportzahlen

Auf manche Fragen scheint es einfach keine Antworten zu geben. Zumindest noch nicht. Das wissen vor allem Astrophysiker und Philosophen. Was war gleich noch vor dem Urknall? Sind wir wirklich frei in unseren Entscheidungen? Und wer rasiert eigentlich den Barbier von Sevilla, der alle sevillianischen Männer rasiert, außer die, die sich selber rasieren?
Aber auch in der Logistik scheint es Fragen zu geben, auf die es keine evidenten Antworten gibt. Zumindest könnte dieser Eindruck entstehen, wenn man in Erfahrung bringen möchte, was die größte Handelszone der Welt ist beziehungsweise sein wird.

Fragen wir doch einfach mal Google …

Hier ein paar Ergebnisse:

Januar 2019, spiegel.de: „EU und Japan starten größte Freihandelszone der Welt.“

Juni 2019, handelsblatt.de: „Die größte Freihandelszone der Welt wird Realität. Sie umfasst die EU und Südamerikas Mercosur-Staaten.“

Juli 2019, tagesschau.de: „Die Afrikanische Union hat ein Freihandelsabkommen auf den Weg gebracht. Dadurch soll die weltgrößte Freihandelszone entstehen.“

Grund für diese nicht eindeutigen Ergebnisse ist der unterschiedliche Maßstab, der hier angesetzt wird. Mal geht es um die Anzahl der involvierten Länder, mal um die Größe der Gesamtbevölkerung, mal um die Summe der jeweiligen Bruttoinlandsprodukte. Okay, wahrscheinlich ist auch ein wenig Clickbaiting im Spiel …

Mai war ein „Wonnemonat“ für Exporte (c) Pixabay

Mai war ein „Wonnemonat“ für Exporte (c) Pixabay

Gute Nachrichten, die zur richtigen Zeit kommen

So unklar die Antwort auf die Frage nach der größten Handelszone der Welt auch ist – in jedem Fall zeigt sich an diesen ganzen Bündnissen, dass die Wirtschaft in Zeiten des von manchen Ländern wie den USA oder China praktizierten Protektionismus wieder ein wenig optimistischer sein kann. Und das ist gerade für europäische Unternehmen, die nach einer aktuellen Studie des Kreditversicherers Euler Hermes weltweit die vollsten Lager haben, eine gute Nachricht.

Globale Unsicherheiten treffen das exportstarke Europa besonders

Nach der Studie sind vor allem Spanien, Italien und Deutschland betroffen. Ron van het Hof, CEO von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz, erklärt: „Die Gründe für die überquellenden Lager sind die steigenden globalen Unsicherheiten, insbesondere ab der zweiten Jahreshälfte 2018, der schwächelnde Welthandel sowie die Nachfrage, die sich in einigen Branchen noch schwächer entwickelt hat, als zunächst erwartet. Viele deutsche Unternehmen, gerade auch im Mittelstand, sind sehr exportstark. Sie sind von den Unsicherheiten entsprechend stärker betroffen als einige ihrer Pendants in anderen Ländern.“

Lagerbestände zwischen 20 und 30 Prozent über dem Durchschnitt

Richtwert hierfür ist das „Days Inventory Outstanding“ (DIO). Das ist die Zeitspanne, die ein Unternehmen benötigt, um seine Bestände in Umsatz umzuwandeln. Auf ganz Europa bezogen ist das DIO bei großen sowie auch bei kleinen und mittelständischen Unternehmen um jeweils vier Tage angewachsen – bei Ersteren auf insgesamt 52 Tage, bei KMUs auf 58 Tage. Hierzu Kai Gerdes, Direktor Analyse bei Euler Hermes Rating: „Die Rekordbestände erfordern entsprechende Gegenmaßnahmen. Das bedeutet, dass wir Anpassungen sowohl bei der Produktion als auch bei den Preisen sehen werden, um den Abverkauf zu beschleunigen. Schließlich kosten hohe Lagerbestände neben Platz vor allem viel Geld.“ Gerdes schätzt, dass der Lagerbestand in Europa derzeit zwischen 20 und 30 Prozent über dem Normalzustand liegt. „Das ist erheblich und der Abbau hinterlässt voraussichtlich deutliche Spuren bei Inflation und Wirtschaftswachstum: Die Inflationsrate würde mit den Anpassungen sowohl 2019 als auch 2020 sinken. Zudem dürften die Hamsterlager das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im Euroraum 2019 negativ beeinflussen. Dies dürfte um 0,3 Prozentpunkte auf 1,2 Prozent sinken.“ Mittelfristig sieht Gerdes aber wieder eine positive Entwicklung. Seine Einschätzung: „2020 ist dann wieder eine leichte Erholung in Sicht.“

Der Mai war ein „Wonnemonat“ für Exporte

Vielleicht kommt es zu dieser Trendwende – zumindest auf Deutschland bezogen – auch schon ein wenig eher, vielleicht sogar schon jetzt. Denn laut des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden war der zuletzt ausgewertete Monat, Mai 2019, ein „Wonnemonat“ für Exporte. So stiegen die Ausfuhren aus Deutschland im Vergleich zum Vorjahresmonat um starke 4,5 Prozent auf 113,9 Milliarden Euro.

Ganz gleich, ob das jetzt nur ein kurzes Durchatmen ist, wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag befürchtet, oder es im Geiste der drei „größten Freihandelszonen der Welt“ nun richtig luftig wird – wir von der HDS International Group helfen Ihnen stets bei der Kostenoptimierung und Planung Ihrer Transporte.

Nur eine Antwort

Übrigens: Gibt man „größte Logistikkostenberatung der Welt“ bei Google ein, erhält man nur eine Antwort …

Über uns

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