Von der KEP-Branche und unserem Nachrichten-Gedächtnis …

Im Internet, im Radio, im TV oder in der Zeitung – ganz gleich, wo man Nachrichten konsumiert, überwiegen scheinbar die schlechten Meldungen. Der tägliche Weltuntergang. Und das gilt Rubriken übergreifend. Positives verkommt, zumindest gefühlt, zur Randnotiz.

Medienwissenschaftler Professor Bernhard Pörksen von der Uni Tübingen sagte dazu gegenüber dem NDR (2017): „Man kann natürlich hier auf die Medien zeigen und sagen, die Medien propagieren diese Negativität als Grundprinzip ihrer Darstellung. Aber ich denke, das ist nicht richtig. Das ist ein Grundprinzip menschlicher Wahrnehmung. Wir sind gleichsam darauf gepolt, uns eher vom Ungewöhnlichen und auch vom Schrecklichen faszinieren zu lassen, so merkwürdig das klingt.“

Allerdings, und das könnte man dagegenhalten: Der Journalismus versteht sich als Korrektiv und beschäftigt sich daher eher mit Entwicklungen, die es zu ändern gilt, als mit solchen, die ideal sind.

Was in diesem Jahr in der Logistik so passiert ist …

Aber machen wir doch einfach mal den Test: Was ist Ihnen aus den letzten Monaten aus der Welt der Logistik in Erinnerung geblieben? Vielleicht die Maut, die viele Speditionen vor große finanzielle Hürden stellt … Möglicherweise deutsche Firmen, die an der Digitalisierung verzweifeln … Fuhrunternehmer, denen die Fahrer ausgehen … Oder auch, auf globaler Ebene, die sich verdichtenden Anzeichen auf einen Handelskrieg zwischen China und den USA …

Ja, das ist alles bei uns abgespeichert. Aber wie sieht es mit den positiven News aus der Branche aus? Auch die gab es – und zwar nicht gerade wenige. Nur sind diese bei uns im Allgemeinen nicht im Gedächtnis verankert. Zumindest waren sie dort nur für kurze Zeit.

Zum Beispiel konnten viele Top-Logistiker im vergangenen Geschäftsjahr ihre Marge steigern. Weiterhin war zuletzt in den Nachrichten: Eine allen zugutekommende Trassenpreissenkung für den Güterverkehr, die früher als gedacht umgesetzt wurde. Dazu die gute Konjunktur in der Luft- und Seefracht. Zudem gibt es, festgehalten im aktuellen Bundeshaushalt, Förderungen und Forschungen für die Schifffahrt, während in Brüssel mehr finanzielle Mittel für die Infrastruktur bereitgestellt wurden.

Ob diese Nachricht in Erinnerung bleiben wird?

Und auch diese ganz aktuelle Nachricht ist eine gute: Die KEP-Branche in Deutschland ist weiterhin auf Expansionskurs, wie der Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK) in seiner Studie „Digitaler, effizienter“ ermittelt hat. Sie boomt geradezu. Das Wachstum umfasst 6,1 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr (2016). Das sind 190 Millionen zusätzliche Sendungen, bei insgesamt 3,35 Milliarden. Dazu legte auch der Gesamtumsatz zu: um 4,9 Prozent. Und, ganz wichtig, rund 10.000 Menschen fanden im KEP-Bereich eine neue Beschäftigung, sodass nun 229.600 Menschen in dieser Branche arbeiten.

Rasantes Wachstum: die deutsche KEP-Branche ist höchst erfolgreich (c) Pixabay

Rasantes Wachstum: Die deutsche KEP-Branche ist höchst erfolgreich (c) Pixabay

Insbesondere legte der B2C-Bereich zu: Dieser konnte sich um 9,7 Prozent steigern. Der B2B-Bereich verbuchte zwar ein kleineres Plus, in Höhe von 1,3 Prozent, dieses bedeutet aber eine Verdoppelung des Wachstumes im Vergleich zum Vorjahr.

Stark auch das Segment Express/Kurier, das um 4,6 Prozent zulegen konnte.

Und ein Ausblick wurde auch gegeben: Bis 2022 soll die Zahl der Sendungen auf jährlich 4,33 Milliarden steigen.

Das sind doch mal wirklich positive Nachrichten.

Wobei … Was bedeutet diese Entwicklung eigentlich für die Umwelt? Führt das nicht zu noch mehr innerstädtischen Staus und zeitlich verzögerten Lieferungen? Reicht die Personaldecke von 229.600, wenn bis 2022 eine Milliarde Sendungen mehr verteilt werden müssen – zumal es immer weniger Fahrpersonal gibt? Was sagt der Einzelhandel dazu? Und warum endet diese gute Nachricht jetzt eigentlich so negativ?

Wir von der HDS International Group verfolgen mit Spannung alle Trends und Entwicklungen in der Logistik. Am liebsten natürlich die positiven. Wir beraten Sie gern bei Ihren Transportkosten, zeigen Ihnen zuverlässige Einsparmöglichkeiten in Ihrer Logistikkette auf, geben Ihnen Handlungsempfehlungen und setzen mit Ihnen gemeinsam die aufgezeigten Potentiale um.

Über uns

Die HDS International Group verbessert seit über 13 Jahren die logistischen Prozesse ihrer Kunden, senkt Transportkosten und Emissionen. Über 1.000 Projekte haben wir erfolgreich begleitet. Wir verhandeln jährlich mehr als eine Milliarde Euro Frachtaufkommen und sind in den Bereichen der Rechnungsprüfung und Transparenzschaffung Marktführer in Europa. Über 100 mehrsprachige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit langjähriger logistischer Expertise bilden unser Kapital.