Vom boomenden KEP-Markt 2019 und Parallelen zum Jahr 2000

1. Frankreich ist aktueller Fußballweltmeister der Herren. 2. Bei der Versteigerung von Mobilfunklizenzen bezahlen Unternehmen so viel, dass nur noch wenig Geld für den Netzausbau übrigbleibt. 3. Der KEP-Markt befindet sich seit vielen Jahren im Wachstum, ohne dass ein Ende in Sicht wäre.

Manchmal ist es schon erstaunlich, wie sich Geschichte wiederholen kann. Denn diese drei Parameter lassen sich nicht nur 2019, sondern auch dem Jahr 2000 zuordnen.

KEP-Markt: Heute werden mehr als 3,52 Milliarden Pakete versendet. (c) Pixabay

KEP-Markt: Heute werden mehr als 3,52 Milliarden Pakete versendet. (c) Pixabay

Gut, ein paar Unterschiede gibt es natürlich …

Damals hießen die aktuellen Fußballweltmeister – um nur einige zu nennen – nicht Pogba, Griezmann und Mbappé, sondern Zidane, Thuram und Henry. Zudem war Frankreich zu diesem Zeitpunkt schon zwei und nicht ein Jahr Titelträger – und konnte sich obendrein auch Europameister nennen.

Und bei der Versteigerung der Mobilfunklizenzen ging es im Jahr 2000 um UMTS und nicht um 5G. Auch bezahlten die bietenden Unternehmen nicht zu viel, sondern viel zu viel. Genauer gesagt: 50,8 Milliarden Euro – was natürlich bedeutend mehr ist als die 6,55 Milliarden Euro, die die Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica sowie Drillisch für 5G bezahlten. Aber das Ergebnis ist dasselbe. Dafür „hätten sich 60.000 Mobilfunkmasten errichten lassen“, monierte zum Beispiel Telefónica-Deutschlandchef Markus Haas.

Schließlich der KEP-Markt. Dieser war zwar in einem steten Wachstum begriffen und hatte gleichfalls blendende Zukunftsaussichten, war aber weit entfernt von aktuellen Höhen. 1,69 Milliarden Sendungen wurden damals jährlich verschickt. Heute sind es mehr als 3,52 Milliarden. Das geht aus der jüngst veröffentlichten KEP-Studie des Bundesverbandes Paket & Expresslogistik (BIEK) für das abgelaufene Kalenderjahr hervor. Des Weiteren ist der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 5,2 Prozent auf 20,4 Milliarden Euro gewachsen.

12 Millionen Sendungen täglich

Die Bilanz verschickter Sendungen hört sich dabei noch beeindruckender an, wenn man sie nicht auf das Jahr, sondern auf den Tag bezieht. Denn im Schnitt sind täglich rund zwölf Millionen Sendungen unterwegs – die an bis zu sieben Millionen Empfänger pro Zustelltag ausgeliefert werden.

B2C-Geschäft als Treiber

Zu den großen Treibern zählt momentan das B2C-Geschäft, das einen Zuwachs von 7,4 Prozent auf nationaler und von 9,2 Prozent auf internationaler Ebene erfahren hat. Das B2B-Geschäft hingegen stagniert ein wenig – hier liegt der Wachstum insgesamt bei vergleichsweise geringen 0,4 Prozent. Größter Wachstumsfaktor ist aber nach wie vor der nationale sowie grenzüberschreitende Online-Handel. Hier liegt der Umsatzanstieg – laut Zahlen des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel (bevh) – bei 11,4 Prozent auf 65,1 Milliarden Euro.

Auch arbeiten immer mehr Menschen in der KEP-Branche: rund 238.600 Beschäftigte. 9.000 mehr als im Vorjahr.

Weitere Potentiale

Trotz des Erfolges sei das Potential aber noch groß; auch im Bereich der Nachhaltigkeit. Steigerungen erhofft man sich vor allem durch klar geregelte Ladezonen und optimierte Verpackungen.

„Ladezonen steigern in Städten gezielt die Effizienz auf der letzten Meile. Richtig genutzte Ladezonen lassen den Verkehr besser fließen, Zustellfahrzeuge müssen nicht mehr als Zweite-Reihe-Parker andere Fahrzeuge blockieren, wenn ihnen Ladezonen zur Verfügung stehen. Das spart Zeit und reduziert Staus, Schadstoffe und Stress für Autofahrer, Radfahrer und Zusteller. Aber auch bereits beim Verpacken der Sendungen ist es möglich, mit einfachen Ideen für mehr Nachhaltigkeit und Effizienz zu sorgen. Hier sind die Versender am Zug. Viele von ihnen optimieren bereits bewusst Verpackungen und zeigen: Wird etwa das Volumen im Karton besser ausgenutzt, haben Zusteller im Fahrzeug mehr Platz für Sendungen. Neben der Einsparung von Material und Kosten wird also auch der Zustellprozess effizienter und somit umweltschonender. Das Potenzial beim Thema Verpackungsoptimierung ist groß und noch lange nicht erschöpft,“ so die Autoren der BIEK-Studie.

Erfolgreich in konjunkturell schwachen Zeiten

Marten Bosselmann, Vorsitzender des Bundesverbandes Paket und Expresslogistik, setzt das Studien-Ergebnis zudem in Relation zur derzeit schwachen Wirtschaftslage: „Dass die KEP-Dienste selbst in Zeiten schwächelnder Konjunktur unangefochten stabil gewachsen sind, ist ein Indiz dafür, dass dieser hochwertige Service nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken ist. Dieser Verantwortung werden die Unternehmen mit immer neuen Zustelllösungen gerecht.“

Auch deswegen prognostiziert der Bundesverband Paket & Expresslogistik, dass bis 2023 rund 4,4 Milliarden Sendungen pro Jahr verschickt werden.

Nicht alles glänzt

Es gibt aber auch einen Malus: den geringen Durchschnittserlös pro Sendung. Aufgrund der B2C-getriebenen Strukturänderungen im KEP-Markt sowie wegen des Wettbewerbs- und Preisdruck in der Branche liegt dieser bei lediglich 5,80 Euro. Und das ist – nach 2017 – der zweitniedrigste seit … man kann es bereits erahnen … dem Jahr 2000.

Wir von der HDS International Group verfolgen mit Spannung alle Trends und Entwicklungen in der Logistik – und beraten Sie gern bei der Kostenoptimierung und Planung Ihrer Transporte, natürlich auch im Kontext von Kurier-, Express- und Paketdiensten.

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