Deutscher Logistik-Kongress Berlin

Die Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services (SCS) präsentierte zum Deutschen Logistik-Kongress in Berlin vom 23. bis 25. Oktober 2019 die neue Edition der „TOP 100 der Logistik“-Studienreihe zum Europäischen Logistikmarkt.

Auf dem Deutschen Logistik-Kongress in Berlin wurde die neue Edition der „TOP 100 der Logistik“-Studienreihe zum Europäischen Logistikmarkt präsentiert. © Pixabay

Auf dem Deutschen Logistik-Kongress in Berlin wurde die neue Edition der „TOP 100 der Logistik“-Studienreihe zum Europäischen Logistikmarkt präsentiert. © Pixabay

Auch wenn die Unsicherheiten eines Handelsstreits auf globaler Ebene die Diskussion um die nahe Zukunft der Logistik deutlich eintrüben, scheint die Logistik-Welt aktuell noch in Ordnung zu sein. So konnte die europäische Logistik 2018 um 3,7 Prozent wachsen, nachdem im Vorjahr bereits ein drei-prozentiges Wachstum realisiert werden konnte, stellte die Fraunhofer-SCS-Arbeitsgruppe fest. E-Commerce sorgt dabei wie auch in den zurückliegenden Jahren für die entscheidenden Wachstumsimpulse: Paketdienste, konsumgüterorientierte Kontraktlogistik und spezielle Verkehre legen weiter zu, da die Versorgungsketten zum Endkunden hin immer aufwändiger werden. Gleichzeitig wirkt der Fachkräftemangel im Landverkehr seit 2017 messbar auf die Logistik ein. Nur durch deutlich gestiegene Preise, insbesondere in den Marktbereichen Stückgut, Ladungsverkehre oder auch bei speziellen Verkehren konnten in Zentraleuropa Gehaltssteigerungen für Fahrer realisiert werden, um hier Fachpersonal zu halten oder neu zu gewinnen. Weitere Entwicklungen sind ein deutlich gestiegenes Luftfrachtaufkommen, aber im Gegenzug dazu auch ausbleibende Wachstumsimpulse im Bereich von Bulkverkehren.

Insgesamt werden rund 50 Prozent des europäischen Logistikvolumens durch Logistikdienstleister erbracht, sind also von Industrie- und Handelsunternehmen an die Logistikunternehmen fremdvergeben. Der übrige Anteil liegt in der Hand der verladenden Industrie und fällt im Rahmen von Werkverkehren oder in den Lagern der Industrie und des Handels an. Ein Blick in die nahe Zukunft lässt gleichzeitig auf zusätzliche Wachstumspotenziale hoffen. Zwar trüben Kapazitätsengpässe, globale Handelsstreits und unklare Prognosen das Thema Nachhaltigkeit betreffend die Aussichten ein, aber die analytische Vorhersage geht davon aus, dass die europäische Logistik 2019 um rund drei Prozent wächst. Ein gleich großes Wachstum wird für 2020 erwartet.

Umsatzstärkster Europäischer Logistikmarkt

Dabei ist die deutsche Logistik mit rund 278 Milliarden Euro Umsatzvolumen der größte Logistikmarkt in Europa. Nicht nur die Anzahl der in der Logistik Beschäftigten ist um über 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf inzwischen 3,26 Millionen Beschäftigte gewachsen, auch die Löhne in der Branche sind gestiegen. Eingetrübt wird diese Prognose allerdings durch schwelende Handelskonflikte auf globaler Ebene und das inzwischen schon jahrelang dauernde Brexit-Chaos. Nach einem starken Wachstum von über vier Prozent im Jahr 2018 wird jetzt 2019 mit einem Wachstum von 2,5 Prozent und einem Umsatz von rund 285 Milliarden gerechnet. Dieses Jahr gehen die Prognosen jetzt von einem Wachstum von rund 2,7 Prozent und einem Umsatz von rund 293 Milliarden Euro aus. Bei einem weiteren guten Konjunktur-Verlauf könnte die 300 Milliarden-Euro-Marke dann im Jahr 2021 geknackt werden. Dafür brauche es aber einen starken Welthandel, schreiben die Autoren der Studie, da besonders Exporte die nationale Logistikbilanz beflügelten. Gleichzeitig müsse die Qualität der Logistik kontinuierlich durch Investitionen und Fortschritte bei der Digitalisierung und in den Bereichen Nachhaltigkeit verbessert werden. Außerdem müsse weiterhin an Lösungen gearbeitet werden, um den Fachkräftemangel zu beheben.

Wir von der HDS International Group verfolgen mit Spannung alle Trends und Entwicklungen in der Logistik – und beraten Sie gern bei der Kostenoptimierung und Planung Ihrer Transporte.