Stetig steigende Stückgut-Kosten verlangen nach Prozessoptimierungen

Es gibt sie tatsächlich. Produkte, Dienstleistungen, Gebühren und Services, die günstiger werden. Ein bisschen suchen muss man danach schon, aber man findet sie. Zum Beispiel die Gebühren für Telefonate ins Ausland. Statt bis zu 1,49 Euro werden das zukünftig, voraussichtlich ab Mitte Mai, maximal nur noch 19 Cent pro Minute sein. Vom Handy oder vom Festnetztelefon aus. Sowie 6 Cent für eine SMS. Zukünftig zahlt man hierfür also bis zu achtmal weniger.

Von derartigen Preisrutschen kann die Transportbranche leider nur träumen. Denn diese sieht sich mal wieder mit steigenden Stückgut-Kosten konfrontiert.

Stückgut-Kosten sind um 3,1 Prozent gestiegen

Wie der aktuelle, halbjährlich erstellte „Kostenindex Sammelgutspedition“ des DSLV Bundesverbandes Spedition und Logistik zeigt, sind die Stückgut-Kosten im zweiten Halbjahr 2018 um 3,1 Prozent gestiegen.

Größte Kostentreiber sind hier Treibstoff und insbesondere das Personal. 53,1 Prozent umfasst der Anteil der Personalkosten an den Gesamtkosten mittlerweile. Und aufgrund des anhaltenden Fahrermangels rechnet man mit erneuten Steigerungen in diesem Segment. Auch ein weiterer Anstieg der Dieselpreise ist sehr wahrscheinlich – vor dem Hintergrund des Konfliktes zwischen den USA und dem Iran sowie der immer stärker werdenden Rohöl-Nachfrage in China. Im Beobachtungszeitraum liegt die Steigerungsrate bei 8,9 Prozent.

Lkw (c) Pixabay - Ausschnitt

Treibstoff und Personal sind nach wie vor die größten Kostentreiber (c) Pixabay

Mautkosten haben nur wenig Einfluss, zumindest bisher …

Die Mautkosten hingegen sind zwar massiv gestiegen – um 27,4 Prozent –, aufgrund ihres geringen Anteils an den Gesamtkosten ist das aber für Unternehmen zu verkraften. Der Mautkostenanteil an den gestiegenen Gesamtkosten liegt gerade mal bei 0,8 Prozent. Allerdings: Die zum 1. Januar erfolgte Anhebung der Mautsätze wurde in der aktuellen Erhebung noch nicht berücksichtigt. Wären diese hier inkludiert, sähe die Anstiegsrate sicherlich noch mal ein wenig steiler aus.

Diese These wird gestützt durch den VR-Index des Logistikmagazins Verkehrsrundschau. Der Index ist das Ergebnis einer Unternehmensbefragung. Nach diesem verteuerten sich die Frachtraten für Lkw-Verkehre im ersten Quartal 2019. Um 1,11 Prozent zogen die Preise für Transporte gegenüber dem Vorquartal an.

Eine Steigerung im ersten Quartal eines Jahres ist dabei sehr ungewöhnlich – da dieses doch allgemeinhin als aufkommensschwach gilt. Und auch die abgeflaute Konjunktur seit Ende des vergangenen Jahres hätte eigentlich einen Fall der Transportpreise nach sich ziehen müssen. Wegen der erhöhten Mautsätze zu Beginn des Jahres jedoch zogen diese an.

Der nächste „Kostenindex Sammelgutspedition“, der dann die neuen Mautsätze enthalten wird, könnte also abenteuerlich ausfallen …

Das Problem mit den Mengenschwankungen

Die Konsequenz hieraus ist, wie die Deutsche Verkehrs-Zeitung (DVZ) schreibt, dass das Stückgut-Geschäft nun kurz vor einem „gravierenden Wandel“ steht. Und das hängt zusätzlich – neben den gestiegenen Kosten – auch mit den immer häufiger auftretenden und stärker werdenden Mengenschwankungen zusammen.

Unterschiedliche Unternehmen – derselbe Lösungsansatz

Als Lösung hierfür bietet sich insbesondere an, den Fokus auf Prozessoptimierung zu legen. So wie es derzeit der Logistik-Riese Dachser vormacht. Das Kemptener Unternehmen investiert hierfür in Aus- und Weiterbildung sowie verstärkt in neue Anlagen, IT-Systeme und Software.

Oder die Kooperationen Cargoline sowie System Alliance. Zahlreiche Speditionen sind für die beiden Verbünde tätig, die nunmehr ihre Abläufe in Einklang gebracht haben. Mittels einer neuen, modularen IT-Architektur sei es nun möglich, Prozesse zu verschlanken und zu beschleunigen. Zusätzlich arbeite man auch an einem Prognosetool, um Sendungsschwanken besser in den Griff zu bekommen.

Vergleichbares passiert auch gerade bei DB Schenker – hier setzt man ebenfalls auf die Möglichkeiten der Digitalisierung. Wie so viele andere Logistikdienstleister auch. Die Frage, wie man möglichst viel Wissen aus den zur Verfügung stehenden Informationen ableiten kann, steht dabei immer im Mittelpunkt.

Flexibilität bei der Preisgestaltung

Ein weiterer Schlüssel, auf Schwankungen von Transportvolumina zu reagieren, stellt zudem das Pricing respektive eine flexible, prozessorientierte Preisgestaltung dar. Neben Distanzen und Sendungsgewichten werden hier auch Parameter wie Saison- oder Langgutzuschläge berücksichtigt. Und, wie die DVZ in Erfahrung gebracht hat, ist die Akzeptanz bei den Verladern dafür hoch. Qualität hat nun mal ihren Preis. Ein Umdenken hat hier mittlerweile stattgefunden.

Wichtig dabei ist es aber, nicht nur kurzfristig zu reagieren, sondern über Jahre hinweg kontinuierliche Preisrunden zu realisieren.

Die große Voraussetzung

Unabdingbar für dieses Pricing-Prinzip ist Transparenz – in den Prozessen und Kosten. Laut einer aktuellen Befragung der Münchener Unternehmensberatung Emporias unter 100 Logistikentscheidern finden viele Unternehmen aber keinen geeigneten Weg, diese Transparenz herzustellen. Es fehle oft an einer tiefgehenden Kenntnis der Kostenstrukturen. Auf rund drei Viertel der Befragten trifft das zu. An einem Mangel an Digitalisierung liegt das jedoch nicht – immerhin gab die Mehrheit an, im Bereich der Digitalisierung überdurchschnittlich weit fortgeschritten zu sein.

Hierzu Emporias-Geschäftsführer Oliver Ohlen: „Wenn die Gesamtkosten nicht über ein fundiertes Datenmodell vollständig erfasst und Kostenstellen zugeordnet werden, bleiben wahre Kostentreiber auch in modernen Business-Intelligence-Systemen unentdeckt.“

Auch fehle es oft an automatisierten Abläufen; viele Daten werden nach wie vor manuell eingepflegt. So gaben 80 Prozent der Studienteilnehmer an, dass ihre Prozesse nicht ausreichend automatisiert sind.

So lässt sich festhalten: Digitalisierung schafft Transparenz – gleichsam benötigt sie diese aber auch. Nur so können Prozesse optimiert und damit Mengenschwankungen gemeistert werden – was aufgrund der stetig steigenden Stückgut-Kosten überlebenswichtig wird.

Wir von der HDS International Group verfolgen mit Spannung alle Trends und Entwicklungen in der Logistik – und beraten Sie gern im Bereich der Automatisierung sowie Transparenzschaffung, in der wir Marktführer in Europa sind.

Über uns

Die HDS International Group verbessert seit über 14 Jahren die logistischen Prozesse ihrer Kunden, senkt Transportkosten und Emissionen. Über 1.000 Projekte haben wir erfolgreich begleitet. Wir verhandeln jährlich mehr als eine Milliarde Euro Frachtaufkommen und sind in den Bereichen der Rechnungsprüfung und Transparenzschaffung Marktführer in Europa. Über 100 mehrsprachige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit langjähriger logistischer Expertise bilden unser Kapital.