Lkw-Waagen an der A40-Rheinbrücke – möglicherweise folgen noch viele mehr

„Weiter, weiter, weiter, weiter, weiter – stooopp!“, ertönt es an der A40-Rheinbrücke Neuenkamp bei Duisburg derzeit immer wieder. Grund hierfür ist die seit November vergangenen Jahres installierte Lkw-Waage in Fahrtrichtung Essen, die überladene Fahrzeuge am Passieren der rund 50 Jahre alten Brücke hindert.

Die in die Straße integrierte Waage misst das Gewicht der Fahrzeuge dabei zunächst automatisch. Ist das zulässige Gesamtgewicht von 40 Tonnen respektive ein Achsgewicht von 11,5 Tonnen überschritten, senkt sich automatisch eine Schranke – und der Lkw wird auf eine Ausweichfläche geleitet. Hier wird dann erneut gemessen. Penibel genau. Und zwar von der Polizei, die gerichtsverwertbare Ergebnisse protokollieren soll – und mit „Weiter, weiter, weiter, weiter, weiter – stooopp!“ den Lkw-Fahrern beim passgenauen Rangieren auf der Waage behilflich sein muss.

Bußgeld zwischen 35 und 425 Euro

Eine Ordnungswidrigkeits-Anzeige sowie ein Bußgeld, das zwischen 35 und 425 Euro beträgt, können die Konsequenzen für zu schwere Lkw sein. In jedem Fall aber darf erst dann weitergefahren werden, wenn die Last reduziert oder besser verteilt wurde. Bis zu 300 Mal pro Woche komme das vor, wie der verantwortliche Landesbetrieb „Straßen.NRW“ ermittelt hat.

Und zukünftig wohl noch ein bisschen häufiger – gibt es doch seit wenigen Tagen auch eine entsprechende Anlage auf der Gegenfahrbahn in Richtung Venlo. Die Brücke ist mittlerweile einfach zu beschädigt, als dass ein Normalbetrieb weiterhin denkbar wäre.

Sieben Jahre dauert es noch

Bis 2026 müssen Logistikunternehmen mit diesen Gewichtsvorgaben an der Rheinbrücke planen. Erst dann soll der bislang noch nicht gestartete Neubau abgeschlossen sein. Ein Genehmigungsverfahren läuft derzeit.

5.000 marode in Brücken in Deutschland

Eine ungewöhnliche Maßnahme, ja, aber bei rund 5.000 maroden Brücken in Deutschland, wie das Referat 43 für Ingenieurbau des Regierungspräsidiums Stuttgart ermittelt hat, könnte die A40-Rheinbrücke auch nur ein Vorbote sein. Vielleicht gibt es bald zahlreiche solcher Straßenverkehrsüberführungen mit Lkw-Waagen.

Laut des Spiegels, unter der Berufung auf das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), sind insbesondere die Brücken im Saarland und Hamburg in einem schlechten Zustand – auf jeweils knapp ein Drittel trifft das zu. Diese müssten alle zeitnah erneuert werden. Im Saarland gibt es insgesamt 1.078 und in Hamburg rund 2.500 Brücken.

Neue Bundesländer im Vorteil

In den neuen Bundesländern sieht man marode Brücken dagegen nur äußerst selten. Hintergrund ist hier, dass die von der ehemaligen DDR-Führung völlig vernachlässigte Verkehrsinfrastruktur nach der Widervereinigung im großen Stil erneuert wurde. Die meisten dieser Bauwerke stammen daher aus den Neunziger- und Nullerjahren. In Thüringen zum Beispiel sind weniger als ein Prozent aller Brücken sanierungsbedürftig. Auch sind diese grundsätzlich belastbarer. Hier wurde, im Gegensatz zu den Bauten aus den 60er und 70er Jahren im Westen Deutschlands, von vornherein mit einem hohen Lkw-Aufkommen geplant.

Schnellere Verfahren sind seit geraumer Zeit möglich …

Die Hoffnung in den alten Bundesländern liegt jetzt auf dem vom BMVI erdachten Planungsbeschleunigungsgesetz, das den Aus- und Neubau der Verkehrsinfrastruktur schneller vorantreiben soll und einen größeren finanziellen Spielraum ermöglicht.

PBG-Kasten

… aber es gibt zu wenig Ingenieure in Deutschland

Seit über einem halben Jahr ist das Planungsbeschleunigungsgesetz jetzt in Kraft. Nach wie vor fehlt es aber an Personal; wie in vielen Branchen heutzutage. Es gibt ganz einfach zu wenig Ingenieure, wie die deutsche Bauwirtschaft schon häufig kritisiert hat, die die Sanierungen und Neubauten auch umsetzen können. Und es bröckelt weiter …

Aber noch mal was „Erbauliches“ zum Schluss: Als Deutschlands schönste Brücke gilt gemeinhin die Oberbaumbrücke in Berlin, die die Stadtteile Friedrichshain und Kreuzberg verbindet. Das Tragwerk ist mittelalterlich geschmückt – und die Ziertürme der Brücke erinnern an brandenburgische Burgen. Wunderschön. Und aufgrund der gerade stattfindenden Sanierungsarbeiten, die noch bis Ende des Jahres andauern, hat man sogar im Auto ausreichend Zeit, sich das historische Bauwerk anzuschauen. Denn lange Staus sind hier zurzeit der Normalfall.

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HDS International Group 2019 / Bild: Straßen.NRW