Heimatflughafen Leipzig/Halle

Die neue Frachtfluglinie Cargo Logic Germany wird wohl bald den Betrieb aufnehmen. Das Bundesverkehrsministerium hat jetzt unter Auflagen eine Genehmigung erteilt.

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 Nach einigen Verzögerungen will die in Leipzig/Halle ansässige neue Frachtfluglinie Cargo Logic Germany jetzt starten. Laut DPA teilte die Sächsische Staatskanzlei dies Ende August mit. Denn das Bundesverkehrsministerium (BMVI) hat der Frachtfluggesellschaft eine Betriebsgenehmigung unter Auflagen erteilt, der Markteintritt dürfte damit unmittelbar bevorstehen.

Cargo Logic Germany (CLG) hat damit eine weitere Hürde genommen. Damit die neue Cargo-Airline tatsächlich vom Flughafen Leipzig/Halle mit Frachtflügen im Expresssegment starten kann, benötigt sie jetzt noch das entsprechende Luftverkehrsbetreiberzeugnis, das sogenannte Air Operator’s Certificate (AOC), als Voraussetzung für die Aufnahme von kommerziellen Flügen vom Luftfahrtbundesamt (LBA).

Maschinen schon in Leipzig

Cargo Logic Germany (CLG) wird zunächst zwei von Passagier- zu Frachtflugzeugen (P2F) umgebaute und geleaste Boeing 737-400F einsetzen. Die beiden Maschinen stehen schon seit einiger Zeit an ihrem künftigen Heimatflughafen in Leipzig/Halle. Ende des Jahres beziehungsweise ab Anfang 2020 sollen drei weitere Frachter dieses Boeing-Baumusters dazu kommen. CLG-Geschäftsführer Ulrich Ogiermann erklärte, dass die Airline praktisch sofort loslegen könne, sobald das Betreiberzeugnis vorliege. Innerhalb von ein, zwei Tagen könne dann der operative Betrieb starten.

Die Airline will erst einmal mit einer Mannschaft von 35 festen Mitarbeitern an den Start gehen. Mittelfristig plant das Unternehmen dann, die Flotte innerhalb der nächsten Jahre auf zehn Flugzeuge des gleichen Typs auszubauen und die Belegschaft auf etwa 80 Mitarbeiter aufzustocken. „Dies alles stärkt den Luftfrachtstandort Leipzig als weiteres wichtiges Luftfracht-Drehkreuz in Deutschland und Europa insgesamt sowie auch die hier bereits ansässigen Dienstleister im Bereich von Bodenabfertigungsleistungen und Wartungsarbeiten“, stellte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer fest.

Reiner Express-Carrier

Geschäftsführer Ulrich Ogiermann betont dabei die Eigenständigkeit der Airline. Eine „Hausairline“ für einen speziellen Kunden, wie beispielsweise den Online-Händler Amazon, sei CLG nicht, sondern „offen für alle Interessenten“. Eine Konkurrenz zu traditionellen Fracht-Airlines wie etwa Lufthansa Cargo oder Air France-KLM Cargo sieht der Manager dabei nicht. „Wir sind ein reiner Express-Carrier, der sich ausschließlich auf dieses Transportsegment konzentriert“.

Ogiermann bestätigte ein großes Marktinteresse an seiner Airline, die zur russischen Volga-Dnepr Group gehört, aber rechtlich und kommerziell völlig eigenständig sei. Zubringerdienste für andere Mitglieder der Volga-Dnepr-Gruppe, wie beispielsweise Air Bridge Cargo, Atran Air oder die britische Cargo Logic Air, schloss er aus. Es seien bereits eine Reihe von Vorverträgen mit Speditionen geschlossen worden, so der Manager. Das künftige Streckennetz sei aber noch nicht definiert, es hänge vom konkreten Transportbedarf der Kapazitätsnutzer ab. Klar sei allerdings, dass es sich ausschließlich um innereuropäische Flüge handeln wird.

Der Markteintritt ist in der Branche nicht unumstritten. Einige sehen CLG lediglich als deutschen Ableger der russischen Volga-Dnepr-Gruppe und befürchten ein Ungleichgewicht bei Verhandlungen über Luftverkehrsrechte zwischen Deutschland und Russland.

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