Die Talfahrt des Logistikindikators und eine gar nicht so erstaunliche Parallele …

Kleines Rätsel: Um was geht es hier? Der Jahresanfang 2015 gleicht dem von 2016. Dann ein konstanter Anstieg – bis es Anfang 2018 zu einem Allzeithoch kommt. Schließlich eine schleichende Talfahrt.

Richtig, es geht um den DAX. Ebenfalls richtig, es geht um den BVL-Logistikindikator. Eine Parallele, die bei genauerer Betrachtung gar nicht so erstaunt, insbesondere in Bezug auf den langsamen, seit rund einem Jahr andauernden Rückwärtsgang. Vieles hängt mit dem Handelskrieg zwischen den USA und China sowie mit dem nach wie vor ungeklärten Brexit zusammen. Zwei Unwägbarkeiten, die Investitionen verhindern. Das gilt für zurückhaltende Anleger an der Börse als auch für Unternehmen, die zum Beispiel immer zögerlicher mit der Einstellung neuer Mitarbeiter werden.

Gegensätzliche Sichtweisen mit demselben Ergebnis

Befragte Logistikdienstleister zeigten sich bei der Einschätzung ihrer Geschäftssituation geradezu pessimistisch . Auch deswegen, weil nur die wenigsten eine Erhöhung des Umsatzes im Vergleich zum Vorjahr angeben konnten. Der Indikator war mit 106,9 Punkten so niedrig wie seit Februar 2017 nicht mehr. Allerdings keimt ein wenig Hoffnung auf, blicken Logistikdienstleister auf die Entwicklungen in den kommenden sechs Monaten doch etwas optimistischer, als es noch zu Beginn des Jahres der Fall war.

Eine entgegengesetzte, wenn auch in der Summe genauso eingetrübte Stimmung herrscht derweil bei den Logistikanwendern aus Handel und Industrie vor: Man bewertet die Geschäftslage als gut, blickt dafür aber skeptisch auf die kommenden sechs Monate. Hier fiel der Indikator ebenfalls: auf 112,7 Punkte, den niedrigsten Stand seit rund drei Jahren.

„Lage deutlich besser als die Stimmung“

Robert Blackburn, BVL-Vorstandsvorsitzender, kann diese negative Grundstimmung jedoch nicht so ganz nachvollziehen. Er sieht hier ein Klagen auf hohem Niveau, auch wenn sich aus den wachsenden Lagerbeständen, so ein weiteres Umfrageergebnis, durchaus eine nachlassende Nachfrage ableiten lässt.

„Die Lage ist deutlich besser als die Stimmung. Immer noch sind die Auftragsbücher ordentlich gefüllt und die Unternehmen klagen, dass sie kein Personal finden. Es sind 792.000 offene Stellen gemeldet – nur 1.000 weniger als vor einem Jahr. Es gibt also keinen Einbruch am Arbeitsmarkt. Durch zehn Jahre Wachstum und Boom hat sich die Perspektive verschoben. Und praktisch jeder legt die qualitative und quantitative Messlatte anders an als im Krisenszenario der Jahre 2008/2009. Wir sollten uns damit nicht den Blick auf die Chancen des Jahres 2019 verbauen“, so Blackburns mahnende Worte an die Branche.

Blackburns abschließender Rat: wieder positiver denken und mutiger werden. „Das ist das Erfolgsrezept der kommenden Wochen und Monate.“

Auch wir von der HDS International Group blicken mit unseren Kunden positiv in die Zukunft. Wenn Sie Fragen zur Kostenoptimierung Ihrer Transporte haben – auch vor dem Hintergrund aktueller Unwägbarkeiten wie dem Brexit und damit zusammenhängender Zollbestimmungen – helfen wir Ihnen mit unserer großen Expertise aus 14 Jahren Logistikkostenberatung gern weiter.

Und noch mal kurz zurück an die Börse …

Übrigens, trotz der eingangs erwähnten Parallelen zum Aktienmarkt gilt Blackburns Empfehlung, in den kommenden Wochen und Monaten mutig zu sein, aber freilich nur für die Logistikbranche. Schon wegen des alten Börsensprichwortes „Sell in May and go away, but remember to come back in November“. Zwar entbehrt diese „Weisheit“ jeder Grundlage, wie Forscher der australischen Universität von Queensland und der amerikanischen UC Berkeley unlängst bewiesen haben. Im untersuchten Zeitraum zwischen 1927 und 2015 konnte kein nennenswerter Unterschied in der Entwicklung der Aktienmärkte in den Zeiträumen November bis April und Mai bis Oktober festgestellt werden. Allerdings trifft dieser Satz in bestimmten Abständen dann doch ziemlich genau zu. Und zwar immer in dem einjährigen Zeitraum, bevor in den USA ein neuer Präsident gewählt wird …

Über uns

Die HDS International Group verbessert seit über 14 Jahren die logistischen Prozesse ihrer Kunden, senkt Transportkosten und Emissionen. Über 1.000 Projekte haben wir erfolgreich begleitet. Wir verhandeln jährlich mehr als eine Milliarde Euro Frachtaufkommen und sind in den Bereichen der Rechnungsprüfung und Transparenzschaffung Marktführer in Europa. Über 100 mehrsprachige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit langjähriger logistischer Expertise bilden unser Kapital.